Handwerkerrechnungen nach der Sanierung: Was wirklich aufbewahrt werden muss
Ehrliche Bilanz meiner Sanierungskosten im alten Gasthaus. Warum Rechnungen und Eigenleistung nachvollziehbar sein müssen – nicht nur für die Steuer.
Die Elektrik im Obergeschoss war eine der ersten großen Baustellen in unserem ehemaligen Gasthaus von 1790. Ich habe damals einen befreundeten Elektriker für die Abnahme der von mir verlegten Leitungen und den Anschluss des Zählers beauftragt. Die Rechnung über den Lohnanteil für seine Arbeit, 795 Euro, habe ich sofort bezahlt und die Überweisungsbestätigung zum Beleg geheftet.
Erst später wurde mir klar, wie wichtig diese penible Trennung auf der Rechnung ist. Es ist gut zu wissen, dass sich für Handwerkerleistungen im Eigenheim 20 Prozent der Lohnkosten – bis zu 1.200 Euro jährlich – von der Steuerschuld abziehen lassen. Dahinter steckt der §35a EStG. Barzahlung ist für diesen Zweck übrigens völlig wertlos. Da können einem schnell mehrere hundert Euro durch die Lappen gehen, wenn man nicht genau hinsieht.
Doch was macht man mit dieser Information, nachdem die Rechnung bezahlt ist? Die eigentliche Leistung, die darauf steht, ist ja nur der Anfang. Eine saubere Dokumentation der Überweisung und des Leistungsdatums ist Gold wert. Nicht nur für die Steuererklärung. Man denke nur an die Gewährleistung, die bei Bauwerken fünf Jahre beträgt – Rechnungen also mindestens so lange, besser dauerhaft, aufzubewahren. Oder wenn man in zehn Jahren verkauft und der Energieausweis einen Mangel aufzeigt, kann man so beweisen, dass damals ein Fachmann am Werk war. Ich frage mich manchmal, wie viele Rechnungen bei anderen wohl ohne Nachweis im Papierkorb landen.
Mich überrascht immer wieder, wie viele Kleinstbeträge eine Rolle spielen. Nicht nur die großen Posten für die Heizung oder das Dach. Ein Schraubenkarton vom Baumarkt, eine Stunde Arbeit für einen befreundeten Handwerker – jede einzelne Position, die als Lohnanteil ausgewiesen ist, summiert sich. Bei der Sanierung unseres Fachwerks mit Lehmputz sind so viele Zwischenschritte entscheidend; ein Foto der Dämmung oder des Rohbaus unter dem späteren Putz hat mir schon mehrfach geholfen. Es zeigt sich immer wieder: Wer beim Hausbau oder bei der Sanierung sauber dokumentiert, spart sich am Ende nicht nur Ärger, sondern bares Geld. Ich halte Rechnungen, Überweisungsbelege und Fotos inzwischen in Hausgedächtnis zusammen – damit bei einer Frage vom Finanzamt oder der Versicherung nicht erst alles zusammengesucht werden muss. Und das ist bei den laufenden Kosten, die bei uns schon bei rund 20.000 Euro im Jahr, inklusive Kreditraten, liegen, keine Kleinigkeit.
Ob Steuer, Gewährleistung oder Versicherungsfall – die entscheidende Frage ist jedes Mal dieselbe: Hast du den Nachweis? Wer die Antwort darauf schon beim Ablegen der ersten Rechnung mitdenkt, hat später deutlich weniger Stress.