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Hausgedächtnis
Fachwerkfeuchte verstehen und fachgerecht sanieren
Foto: Manfred Rießer via Pexels
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Fachwerkfeuchte verstehen und fachgerecht sanieren

Praktische Tipps zur Erkennung und Sanierung von Feuchtigkeit im Fachwerk, inklusive Dokumentation und Absetzbarkeit nach §35a EStG.

Feuchtigkeit im Fachwerk ist ein Dauerbrenner bei alten Häusern. Oft vermutet man die Ursache im Keller, dabei kommt die Nässe meist von oben oder außen – etwa durch Schlagregen auf schadhafte Putze oder undichte Dächer. Ein Lehmputz verträgt zwar eine gewisse Feuchte, aber eben keine dauerhaft stehende Nässe oder von außen eindringendes Wasser. Bei meinem Gasthaus von 1790 haben wir an der Nordseite eine Stelle gefunden, da kam das Wasser über gut 30 Jahre durch eine defekte Regenrinne genau auf ein Fachwerkelement. Von außen sah man oft nur einen kleinen Fleck.

Das Problem bei Fachwerk ist die Holzstruktur. Ist diese erst einmal durchfeuchtet, fängt das Holz an zu gammeln, Pilze siedeln sich an und die Bausubstanz nimmt unwiederbringlichen Schaden. Dann wird es nicht nur richtig teuer, sondern auch kompliziert in der Sanierung. Eine genaue Ursachenforschung ist deshalb der absolut erste und wichtigste Schritt. Eine einfache Feuchtemessung gibt zwar erste Anhaltspunkte, doch ein Bausachverständiger mit Endoskop kann wirklich in die Tiefe schauen und die genaue Schadensquelle identifizieren. Wenn der Handwerker die schadhaften Stellen freilegt, sollte man immer detaillierte Fotos machen – nicht nur vom Schaden selbst, sondern auch von der Reparatur und den verbauten Materialien. Dies dient als wichtige Referenz für zukünftige Arbeiten oder eventuelle Gewährleistungsfragen.

Diese Aufnahmen, ergänzt durch die Rechnungen, finden ihren Platz im digitalen Hausgedächtnis. Achtung: Die Rechnungen sollten unbedingt per Überweisung beglichen werden, um den Lohnanteil später nach §35a EStG absetzen zu können – hier sind jährlich bis zu 1.200 Euro möglich. Diese lückenlose Dokumentation ist entscheidend für Gewährleistungsansprüche, denn bei Bauleistungen gilt nach §634a BGB eine Frist von fünf Jahren. Ohne sie steht man im Ernstfall völlig im Regen. Eine Thermografieaufnahme nach der Sanierung kann zudem sinnvoll sein, um den Trocknungsprozess zu überwachen. Oft ist das eigentliche Problem behoben, doch die Feuchtigkeit braucht ihre Zeit, um vollständig aus den Materialien zu entweichen. Doch ist damit das Thema wirklich erledigt, oder wartet schon die nächste undichte Stelle auf ihre Entdeckung? Es bleibt eine ständige Aufgabe, sein altes Haus aufmerksam zu beobachten.


Die Verwaltung all der Gutachten, Genehmigungen und Rechnungen bei einer Fachwerksanierung kann schnell zur bürokratischen Mammutaufgabe werden. Um dabei den Überblick zu behalten und alle wichtigen Dokumente und Fristen zentral zu verwalten, kann eine digitale Lösung wie Hausgedächtnis kostenlos testen eine wertvolle Unterstützung sein.